Pilotvorhaben Nahmobilitäts – Check (Land Hessen)

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) führt zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) in fünf Pilotkommunen einen Nahmobilitäts-Check durch. Dabei werden gemeinsam mit Planungsbüros passgenaue Maßnahmen zur Stärkung der Nahmobilität in einem Nahmobilitätsplan dokumentiert. Dieser soll die Umsetzung von Maßnahmen untersützen. Das Integrierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (ivm) begleitet die Prozesse im Auftrag des HMWEVL fachlich. Die Pilotphase soll im Winter 2017 abgeschlossen werden. Die hieraus gewonnenen Erfahrungen fließen in die zukünftige Förderung der Nahmobilität durch das Land Hessen ein.

Die PGV-Alrutz führt gemeinsam mit dem Büro plan&rat (Braunschweig) den Nahmobilitäts-Check für die Pilotkommune Hanau durch. Der Nahmobilitäts-Check konzentriert sich in Hanau auf den mit ca. 12.000 Einwohnenden größten Stadtteil Großauheim.
Im Sinne einer gesamtheitlichen Betrachtung soll die Situation für den Rad- und Fußverkehr überprüft werden und insbesondere die Anbindung an die Hanauer Innenstadt verbessert werden. Dabei soll auf die jeweiligen Belange unterschiedlicher Zielgruppen (z.B. Schülerinnen und Schüler, mobilitätseingeschränkte Personen) und Anforderungen verschiedener Mobilitätszwecke eingegangen werden. Von besonderer Bedeutung sind auch die innerörtlichen Verbindungen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und den Einrichtungen der Nahversorgung sowie die Anbindung mit dem Fahrrad in Richtung Innenstadt. Die für Großauheim entwickelten Maßnahmen sollen auf andere Hanauer Stadtteile übertragbar sein.
Die Durchführung des Nahmobilitäts-Checks wird in den bestehenden Stadtteilentwicklungsprozess eingebunden.

Im Rahmen der Projektbearbeitung sind zwei Workshops mit lokalen Akteuren und ein Stadtspaziergang mit Bürgerinnen und Bürgern Großauheims vorgesehen. Auf Basis der erarbeiteten Ergebnisse des ersten Workshops sowie des aktuellen Erkenntnisstandes zur Rad- und Fußverkehrsführung bzw. zur Barrierefreiheit wird der Status quo bezüglich Verkehrssicherheit, Erreichbarkeit, Verknüpfung und Komfort bewertet, entsprechende Lösungsansätze abgeleitet und dokumentiert. Im zweiten Workshop werden die erarbeiteten Lösungsansätze vorgestellt und mit den Teilnehmenden konkretisiert. Bei der Auswahl werden auch die Rahmenbedingungen wie planerischer Vorlauf, Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel etc. zu diskutieren und berücksichtigen sein. Es wird die Frage beantwortet: „Welche Maßnahmen werden für welchen Zeitraum mit welchem Budget und welchen Verantwortlichkeiten vorgeschlagen?“

Im anschließend zusammengestellten Nahmobilitätsplan werden alle Ergebnisse aus den Arbeitsschritten Zielformulierung, Status quo-Erfassung und -Bewertung sowie Maßnahmenformulierung dokumentiert.